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Das Dorf Caracol erstreckt sich entlang und parallel zur Haupstrasse von Góis, kurz vor Várzea Grande (Vila Nova do Ceira). Caracol bedeutet 'Schnecke', warum der Ort diesen Namen trägt konnte uns leider niemand sagen. Die meisten der Häuser liegen am sanft abfallenden Hang und wurden vor Kurzem gebaut oder renoviert. Das Dorf verläuft sich an der oberen Strasse ohne erkennbare Grenze in Várzea Grande und an der Haupstrasse ist das Dorfende durch ein Strassenschild der angrenzenden Ortschaft Fonte do Soito gekennzeichnet. An der anderen Seite der Haupstrasse ist die Extensão de Sáude (Zweigstelle der medizinischen Versorgung). Das grosse Gebäude hinter der Extensão de Saúde war einst ein Privathaus, welches dann von Comendador Monteiro Bastos nach dessen Rückkehr aus Brasilien im 19-ten Jahrhundert gekauft wurde. Comendador Monteiro Bastos wurde später Präsident der Câmara (Gemeindebezirks) von Góis und baute es in ein Spital um, welches er der Câmara stiftete. Für diese und andere gute Taten wurde er mit dem "Ordem de Cristo" (eine sehr hohe Auszeichnung) durch den König Carlos im Jahre 1881 ausgezeichnet.
Später wurde das Spital zu einem Tuberkulosesanatorium und dann diente es als Unterkunft für Ferienkolonien und als Tageszentrum für Betagte. Heute steht es leer. Etwas ausserhalb des Dorfes befindet sich die Kapelle zu Ehren der Sr.ª da Boa Morte. Bis vor wenigen Jahren hielten die Bewohner von Caracol jeweils im November ihr jährliches Fest auf dem Kirchplatz ab. Heute erscheint die Kapelle unbenutzt und der Vorplatz ist mit Gras überwuchert.
Die Felder über und unter dem Dorf bis hinunter zum Fluss Ceira waren einst alle bewirtschaftet. Die Hauptanbaupflanze war Mais aber auch Roggen und Weizen wurden angebaut. Der Pilz "Cornecho", (wir glauben es handelt sich hierbei um das sogenannte Mutterkorn) der manchmal an den Roggenähren wuchs, wurde an einen Händler von Poiares verkauft.
Am Tage an dem wir das Dorf besuchten, waren die Einwohner gerade mit der Weinlese beschäftigt.
Ein älterer Einwohner des Ortes erzählte uns, dass er als Kind mit seinen Freunden oftmals ins Untergeschoss des ehemaligen Tuberkulosesanatoriums zum Spielen ging, wo es einen Weinkeller gab und ein altes Auto noch mit hölzernen Radspeichen wie bei einer Kutsche. Sie sassen im Vehikel auf der Bank (es handelte sich hierbei um einen sehr alten Ambulanzwagen, wahrscheinlich der Marke Ford) drehten am Steuerrad und drückten die ballonartige Hupe und taten so als würden sie fahren.
Am Karneval pflegten die Einwohner die Tradition genannt "Cantar as Pulhas". Einer oder mehrere Bewohner versteckten sich an einem Ort namens 'Barreiras do Boiço' und mit Hilfe eines Trichters, der als Lautsprecher diente, verbreiteten sie lauthals alle Gerüchte, Geheimnisse und Geschehnisse, die sich während des letzten Jahres im Dorf zugetragen hatten.
Während der Feste von St.ª António, São João und São Pedro wurde ein Mast in der Mitte des vor der Kirche liegenden Platzes errichtet, welcher mit Myrten dekoriert wurde und die Leute tanzten um ihn. Manchmal kam der "Cego de Sacões" (der Blinde von Sacões), der in der Umgebung sehr bekannt und beliebt war zu den Festen und spielte auf seinem Akkordeon. Uns wurde erzählt, dass dieser den Weg bis ins Dorf ganz allein schaffte, begleitet von seinem Hund, einer Klingel und einem Rad, an welchem ein Holzstab fixiert war, der auf seiner Schulter ruhte. Diese Konstruktion wurde "Carreta" genannt.
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