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Die vollständige Geschichte des Städtchens Góis beginnt langsam sich selbst zu offenbaren und an die Oberfläche zu treten. Neue Archäologische Untersuchungen lassen uns annehmen, dass dieser Teil des Ceira Tals möglicherweise schon über 6000 Jahre lang bewohnt ist, und dieser wirtschaftlich und politisch wichtig war im Verlauf der Geschichte Portugals und darüber hinaus. Viele Gebäude rund um Góis haben dabei eine Rolle gespielt oder waren Zeuge der Ereignisse, die Góis zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Im Mittelalter war Góis wahrscheinlich ein bedeutender Rastplatz für die nordwärts nach Santiago de Compostela reisenden Pilger, was auch die grosse Anzahl an kleinen Kapellen von dieser Zeit um Góis herum erklären könnte. Von Archivmaterial, ins Mauerwerk gravierten Markierungen und Zeichnungen und architektonischen Stilen wissen wir, dass Góis das zu Hause von Christen, Mauren, Juden und Tempelrittern war. Die Kombination aus mineralischem Reichtum und der Lage an der bedeutenden Handelsroute entlang der Römischen Strasse während des Mittelalters liess das alte Städtchen Góis entstehen.
Ob Sie nun in der Region leben, nur zu Besuch sind, hier Ihre Ferien verbringen oder beabsichtigen in dieses Gebiet zu ziehen, ist es allemal wert, sich die Zeit zu nehmen, einen Spaziergang auf den gepflasterten Strassen und Gassen des mittelalterlichen Viertels des Städtchens zu machen, um etwas in die örtliche Geschichte einzutauchen.
Wir möchten Ihnen die folgende sich durch die ältesten Teile des Städtchens führende Route vorschlagen.
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Wir beginnen unseren Spaziergang im Zentrum von Góis an der Praça da República. Wir befinden uns ausserhalb des Posto de Turismo (Tourismusinformationsbüro) und schauen über den gepflasterten Platz auf die andere Seite zu den, sich in verschiedenen Renovationsstadien befindenden, Gebäuden mit ihren pitoresken Balkonen. Schauen wir der Haupstrasse entlang über die Brücke hinweg, erblicken wir die aus dem 18.

Jahrhundert stammende Kapelle des Sankt Sebastians, dem Märtyrer. Nun wenden wir uns nach links und gehen die Rua da Quinta hinauf. Zu unserer Linken passieren wir das zukünftige Museum von Góis, welches sich gegewärtig immer noch unter archäologischer Ausgrabung befindet, da es im 16. Jahrhundert ein Spital fur Syphiliskranke war. Das Spital wurde in Góis auf Grund der heilenden Eigenschaften des lokalen Wassers gebaut. Da es einen gewissen Prozentsatz von Gold im Wasser gab hatte dies angeblich eine medizinale Wirkung auf den Zustand der Erkrankten zur Folge. Die Ausgrabungsstätte des alten Spitals ist gegenwärtig der Öffentlichkeit zugänglich von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr (Wenn Sie das Museum besuchen wollen fragen Sie bitte im Tourismusinformationsbüro nach.)

Weiter auf der kleinen Strasse, gehen wir an den rechts von uns liegenden Gebäuden der Câmara Municipal (Bezirksrathaus) vorbei. Im Innern des Rathauses befinden sich zwei berühmte bemalte Decken aus dem 17. Jahrhundert.
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Nun betreten wir den geräumigen, weiten Largo do Pombal. Bis 2007 war dies der wöchentliche Marktplatz, welcher nun aber vor kurzem renoviert und mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt wurde. Am oberen Ende des Platzes steht die imposante Igreja da Misericordia (Kirche), die stolz die Inschrift (500 anos) trägt. Vor der Kirche befindet sich ein alter verzierter Brunnen, einst mit einer Krone verschönert, welche voller Freude bei der Gründung der Republik abgeschlagen wurde. Dahinter finden wir eine ältere Quelle wundervoll mit gelben und blauen maurischen Kacheln dekoriert. Um die Quelle besser und näher zu betrachten oder zu fotografieren ist es möglich das schützende Glastor zu öffnen.

Wir nehmen nun den Durchgangsweg oberhalb der Quelle, die Rua do Passadiço, eine schmale Strasse am oberen Ende des Platzes, die unter einem der Gebäude durchführt. Eingerahmt von kleinen Häusern auf beiden Seiten, windet sich die Strasse eine kurze Strecke hügelaufwärts. Dann biegen wir links in die Rua Ferrada José Ferreira, welche uns wieder hinab führt und uns in den kleinen Gassen und Höfen rechts von uns flüchtige Blicke ins tägliche Leben der Bewohner werfen lässt. Dies bringt uns zurück auf den Largo do Pombal.
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Wir wenden uns nach links, begeben uns in die Rua António Francisco Barata und gehen an der auf der linken Seite gelegenen Quinta dos Maias vorbei. Dieses wunderschöne alte Gebäude gehört heute der Câmara (der Gemeinde), welche dabei ist es zu renovieren und als Unterkunft den Künstlern und Schriftstellern, die zu Besuch sind, zur Verfügung zu stellen. Wir bleiben weiter auf dieser Strasse und gelangen zur 'Mutterkirche' von Góis – 1415 erbaut, ist die Igreja Matriz bekannt für ihr Grabmal von D. Luís da Silveira. Von der Kirche aus haben wir eine gute Sicht über Góis und den Fluss Ceira und talaufwärts auf die besonders herausstechende Felsspitze von Pena de Góis.

Wir gehen zurück auf der Rua António Francisco Barata und bei der zweiten Abzweigung links biegen wir in die Rua Olinda Ferreira Dias ein. Wir spazieren nun in den ältesten Teil des Städtchens, an mittelalterlichen Läden und Stadthäusern vorbei, welche schon vor mehreren Jahrhunderten am selben Ort standen. Links von uns befindet sich ein Gebäude mit Hof, welches früher einmal eine Schule war. Als solche erkennbar nur mehr an einer im Torpfosten eingelassenen leuchtend blauen Kachel mit einer Aufschrift, die auf Portugiesisch sagt: 'Ein falscher Freund ist der schlimmste aller Feinde'. Da sind Häuser, die einst das Zuhause von Juden waren, welchen es verboten war, Land zu besitzen und die deshalb als Händler und Krämer im Städtchen lebten. Am unteren Ende der Strasse können wir links einen steinernen Torbogen mit deutlich Maurischem Muster sehen. Einem anderen Haus mit einem abgenutzten Türeingang wird nachgesagt, der Zutritt zum Hause der Tempeltritter zu sein. Wir haben nun den alten Largo do Terreirinho erreicht, was möglicherweise das Zentrum des alten Städtchens Góis war. |
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Largo do Terreirinho (was 'kleiner Platz' bedeutet) ist der alte Namen für diesen Ort. Wenn wir um den Platz herumschauen, bemerken wir, dass die Steine um die Türen und Fenster in ihrer Farbe variieren. Keiner dieser Steine kommt in der Region Góis vor. Steinverkleidungen waren eine teure Ware und mussten in die Region importiert werden. Gelbe und rosa farbene Granite, so wie auch rote Sandsteine kann man hier entdecken. Ein Anhaltspunkt, dass diese Ware wiederverwendet wurde, sind die verschieden grossen Steinteile rund um die Fenster und Türen; im Allgemeinen gilt aber die Regel, dass das ursprüngliche Mauerwerk von ein und demselben Ort stammt und zur selben Grösse verarbeitet wird.

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Wir wenden uns nach rechts und gehen der Rua António Rocha Barros Júnior entlang, welche uns auf die gepflasterte Hauptstrasse des mittelalterlichen Góis bringt. Die Strasse hinauf schauend erblicken wir rechterseits die Praça da Republica, und unten zu unserer Linken ist der Fluss überspannt von der grossartigen Ponte Real (Brücke), welche 1533 von Dom João III erbaut wurde.
Wir überqueren die Strasse, biegen links ab und gehen den Hang hinunter, um unter die Brücke zu gelangen. Dies gibt uns die Möglichkeit die graziösen Brückenbogen genauer zu betrachten. Im Sommer können wir auch die Gelegenheit wahrnehmen im, am Flussufer gelegenen, Café eine kleine Erfrischungspause einzulegen und die Orangenbäume und Blumen zu bewundern. |
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Zurück unter der Brücke wenden wir uns nun nach links, um eine kurze Strecke dem Flussufer entlang zu spazieren, bevor wir den ersten nach rechts abbiegenden Weg nehmen und weitergehen. Auf unserer linken Seite passieren wir das Haus (Casa da Roda), wo früher ungewollte Babies aus den umliegenden und entfernteren Dörfern abgegeben und ausgesetzt wurden. (Im 18. Jahrhundert stand dieses Gebäude allein am Rande des alten Städtchens und war somit die erste Anlaufstelle, wo eine verzweifelte junge oder auch ältere Mutter ihr neugeborenes Kind in Sicherheit zurücklassen konnte, um daraufhin zu fliehen).

Wir biegen rechts in die Praça do Pelourinho ein, spazieren auf einer sich um die Häuser schlängelnden Gasse, an deren oberen Ende gehen wir rechts, um auf die Praça da República zurückzukehren.
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Updated
7 April, 2008
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