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In den Zeiten als die Mouros (Mauren) in diesen Ländereien zuhause waren, gab es da einen Mouro der zum Christentum konvertiert war und sich in Várzea niederliess. Er jagte, fischte und sammelte Kastanien von den vielen hier prächtig gedeihenden Kastanienbäumen, arbeitete auf den Feldern, wusch Gold in den Flüssen Ceira und Sótão, kurzum, er führte ein idyllisches Leben.
Aber sein Leben in Überfluss und seine Ruhe erweckten den Neid der anderen Mouros, welche nicht zum Christentum konvertiert waren, und die sein Land, wo er lebte, begehrten. Sie versuchten durch Gewalt von seinem Land Besitz zu ergreifen, scheiterten aber, weil er unter einer seltsamen Art von Schutz stand. So schmiedeten sie einen Plan ihn von seinen Ländereien 'wegzuspülen' durch Überflutung des Talgrundes, welches einst die Lagune von Sacões war.
Für dieses Unterfangen moblisierten sie alle Mouros, die innerhalb von zwanzig Meilen im Tale lebten. Sie arbeiteten pausenlos von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, um den Fluss im Cerro da Candosa zu dämmen und benutzten dazu Ochsen, um die enormen Felsblöcke, die sie angesammelt hatten, zu ziehen. Als sie an diesem Abend die Arbeit niederlegten, waren die Mouros mit ihrer bis anhin vollbrachten Leistung sehr zufrieden – der Damm war schon fast bis zur Hälfte errichtet, und sie befanden sich auf gutem Wege ihre perfiden Absichten zu erreichen.

Der nächste Tag war ein Freitag, und so arbeiteten die Mouros nicht – jedermann ging nach Hause, um etwas auszuruhen und kam am darauffolgenden Tag zur Arbeit zurück. Aber an diesem Morgen, als die Mouros kamen, um die Arbeit am Damm erneut wieder aufzunehmen, war dieser verschwunden! Die enormen Felsblöcke lagen weit und breit verstreut und der Fluss floss frei – wie konnte so etwas geschehen?
Empört machten sich die Mouros an die Arbeit den Damm wiederaufzubauen. Sie arbeiteten lange und hart mit grosser Sorgfalt viele Tage lang. Ihre Kunstfertigkeit und Ausführung war so perfekt, dass es unmöglich schien den Damm zu zerstören. Aber eines nachts als alle schliefen, hatte der leitende Mouro einen Traum, in welchem er den Damm erneut zerstört in Trümmern liegen sah. Er wachte auf und rannte hinaus, um zu sehen, und es war wahr – der Damm war weg! Er schalt die Wachen des Lagers und verlangte zu wissen, was passiert war, diese aber konnten ihm nichts berichten, weil sie nichts gesehen hatten.

Unbeirrt begaben sich die Mouros ein drittes Mal an die Arbeit, stellten mehr Hilfskräfte ein und wieder einmal wurde der Damm gebaut, höher und höher, bis er fast die Vollendung erreicht hatte. Und in dieser Nacht hatte der leitende Mouro erneut einen Traum..
In seinem Traume sah er eine Frau auf einem Esel reitend oben auf dem Damm. Als der kleine Esel begann sich vorwärts zu bewegen, fielen die massiven Felsbrocken in sich zusammen und der Damm löste sich auf.
Der leitende Mouro wachte von Panik erfasst aus seinem Traum auf und rannte ins Freie – und da war sie, genau wie in seinem Traum. Auf einem Esel sitzend streckte sie ihre Hände aus und die Felsbrocken begannen herabzustürzen und verschwanden unten im Tal. Er versuchte auf die Frau zuzurennen, aber er war wie gelähmt, er konnte weder seine Beine noch Arme bewegen. Als er sich schliesslich wieder bewegen konnte, lief er zu der Stelle, wo die Frau vorbeigegangen war und sah die Hufabdrücke des Esels im Felsen, welche bis zum heutigen Tage da sind.
Aber die Mouros gaben immer noch nicht auf. Immer wieder begannen sie mit dem Wiederaufbau des Dammes und immer wieder kam die heilige Jungfrau Maria des Nachts auf ihrem Esel und liess ihn in sich zusammenfallen.
Schliesslich begannen die Mouros zu realisieren, dass es wohl göttliche Kraft sein musste, die den christlichen Mouro beschützte, und dass die Jungfrau Maria als göttliche Botin geschickt worden war, um sie an der Ausführung ihres bösen Planes zu hindern. Und so machte der leitende Mouro sich auf den Weg den Christen aufzusuchen und sagte zu ihm: " Ich habe alles getan was ich konnte, um dich zu zerstören. Aber Gott beschützt dich und hat die heilige Jungfrau Maria geschickt, um den Damm zu zerstören, welchen ich mit aller Kraft versucht habe zu bauen, um dich zu ertränken. Lass uns Frieden schliessen und lehre mich deinen Gott zu lieben."
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Durch die Felsschlucht von Candosa verläuft eine dicke Ader von Quartzit, eines der härtesten auffindbaren Gesteine, sogar härter als Granit. In den 1940 Jahren wurde mit dem Bau eines Tunnels begonnen, der die Eisenbahnlinie nach Góis bringen sollte. Der Tunnel wurde verlassen, als die Arbeiter auf Quartzit stiessen. Selbst die Gletscher, die das Ceira – und Sótaotal formten, konnten nicht durch den Quartzitgrat brechen. Die Felsschlucht wurde wahrscheinlich durch eine geologische Verwerfung geformt und langsam über viele hunderte von Jahrtausenden hinweg wurde diese verwittert und durch den Fluss eingeschnitten. Es ist wahrscheinlich, dass vor 10‘000 Jahren die Schlucht einen See formte, der sich bis nach Góis erstreckte. Über die Zeit trug der Fluss Ceira den Grund der Schlucht ab und verringerte somit die Grösse des Sees, bis hin zur Bronzezeit, als der See bloss eine Grösse von wenigen Hektaren aufwies und ein paar Meter tief war.
Es ist wahrscheinlich, dass für die Leute der Bronzezeit und deren Vorfahren, den Neolithischen Bewohnern dieser Region, die Felsschlucht eine grosse Bedeutung hatte. Die Felsschlucht verläuft von Osten nach Westen und man kann die untergehende Sonne durch die Schlucht betrachten. Wir wissen von anderen Orten in Europa, dass diese Lage für die Siedler dieser Zeit sehr wichtig waren, da sie glaubten, dass die Seelen der Verstorbenen gegen Westen der untergehenden Sonne entgegen reisten. Die Schlucht bot auch einen Überfluss an Fischen an, da einige der Fischspezien Frühlings- oder Sommermigrationen haben, wo sie flussaufwärts zu den Laichplätzen in den Bergen schwimmen.

Als die Römer im 3. Jahrhundert v.Chr. in diese Region ankamen, fanden sie heraus, dass in den Hügeln Gold vorhanden war und die Flüsse Goldstaub mit sich trugen. In historischen Dokumenten und der örtlichen Folklore wird gesagt, dass die Römer die Felsschlucht eingeschnitten hätten, um an das Gold der Lagune zu gelangen. Dies ist sehr wahrscheinlich, und möglicherweise spielte dies sich im 2. Jahrhundert v.Chr. ab. Es ist auch wahrscheinlich, dass dies ein Prozess war, der stufenweise ablief, indem die Höhe des Sees mit einer beträchtlichen Menge von Arbeitskräften langsam reduziert wurde. Es exisitieren einige Beweise, die auf einen künstlich von Menschenhand angelegten Wasserweg, ungefähr 3 m über dem jetzigen Wasserspiegel des Flusses gelegen, hinweisen, gebaut aus grossen quadratischen Quartzitblöcken. Man findet noch mehr dieser Blöcke flussabwärts, was uns den Eindruck einer von Menschenhand erbauten Struktur vermittelt, die weggespült wurde, und möglicherweise die Idee von einem zerstörten Damm verstärkt.
Nachdem der See entwässert war, offenbarte sich ein ebener, fruchtbarer Boden und eine grosse Anzahl an Bewässerungskanälen wurden vom Fluss Ceira und Sotão aus gegraben. Diese Kanäle werden noch heute benutzt und machen aus diesem Teil des Ceira Tals das produktivste Landwirtschaftsgebiet dieser Region. Über den Sommer hindurch ist die Bewässerung für das Wachstum der Ernte lebenswichtig. In der örtlichen Folklore gibt es eine Geschichte über einen Konflikt zwischen den Christen und den Mauren. Die Geschichte besagt, dass die Christen wiederholt den Fluss blockierten, um zu verhindern, dass die Mauren Zugang zum Wasser gewinnen würden, und in der Nacht entfernten die Mauren die Sperren, welche am nächsten Tag die Christen wieder errichteten. Mit fast 100%-tiger Sicherheit gab es Spannungen zwischen den beiden Gruppen, welche über die Kontrolle der Wasserressourcen ausgespielt wurden.
Setzen wir nun all diese Puzzleteile von historischen Beweisen zusammen, kann man nachvollziehen wie die Legende von Candosa entstanden sein mag. Jedoch hatte die Legende fast mit Sicherheit eine weitaus grössere Fülle und Bedeutung für die Leute der Region in ihren unterschiedlichen Erzählungsweisen, als wir, die verschiedenen Faktoren betrachtend, die dazu beitragen haben mögen, erklären können. Und in diesen Dingen behält eine Legende immer ihre Geheimnisse!
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