The Góis Real Estate Company                         Zentral Portugal
 

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30. Juli
Wenn ich ein schamanistisches Wissen hätte, könnte ich vielleicht die Bedeutung des Besuchs eines prächtigen Steinadlers gestern bei uns Zuhause verstehen oder deuten. Als ich auf der Veranda die Wäsche aufhing, wurde ich durch einen Schrei von Bess 'Adler!'gewarnt und schaute gerade noch rechtzeitig auf um diesen grossen wunderschönen Vogel nur ein paar Meter entfernt  an mir vorbeifliegen zu sehen. Die Flügelspanne mass mindestens 2 m und ich konnte sogar die unterschiedlichen Schattierungen von Gelbbraun und Gold in den Federn seines Unterbauchs ausmachen. In einem Bruchteil von Sekunde schoss er aufwärts und hinweg über das Tal, wo wir zusahen wie er auf der Windströmung ritt und sich schwebend für einen Moment etwas ausruhte bis er in weiter Ferne weiter gegen den Himmel flog. Es blieb leider keine Zeit Fotos zu schiessen – aber ich werde das Bild für eine ganze Weile vor meinem inneren Auge mit mir tragen. Heute hingegen sass ich auf der Gartenterrasse am Fluss und genoss ein Sandwich, als eine Tannenmeise furchtlos um meine Füsse hoppelte und Krümel aufpickte. Bald schon gesellte sich eine Schafstelze dazu mit einem lahmen Fuss, die es aber ziemlich erfolgreich schaffte auf ihrem einen Bein herumzugehen. Mittlerweile werden die Früchte am Apfelbaum gegenüber der Strasse von einer Familie von Amseln in Beschlag genommen, die ihren Wohnsitz dorthin verlagert zu haben scheinen. Alles in allem scheint diese Region ein guter Ort für Vögel zu sein – überall sind Reste zu finden, niemand scheint Interesse zu haben sie zu schiessen und zu essen, wie in manch anderen Ländern und so können wir weiterhin ihr Gezwitscher und ihre Präsenz in unserem täglichen Leben geniessen.

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24. Juli
In letzter Zeit sind wir mit dem Anblick von Nebel, der sich vor unserem Haus ins Tal hinunter wälzt aufgewacht, eine sonst eher frühherbstliche Erscheinung. Es ist für uns, die wir an den Ablauf der Englischen Jahreszeiten gewohnt waren, immer noch seltsam Dahlien und Malven schon anfangs Juli blühen zu sehen – Blumen, die wir in Grossbritannien sehr stark mit dem Spätsommer verbinden. Bis jetzt war dieser Sommer noch nicht ausserordentlich heiss – eine Tatsache für die manche von uns dankbar sind, da es leichter fällt zu arbeiten und das herumgehen generell einfacher macht und die Notwendigkeit einer Siesta verringert! Aber es war dennoch heiss genug um aus dem Fluss ein verlockendes Ziel zu machen und es bestand kein Mangel an sich bräunenden Körpern am Badestrand oder in Kanus auf und ab paddelnden Kindern. Nun ist die Zeit gekommen wo Besucher von überall her sich auf den Weg nach Góis machen um als Ausgangspunkt die Region zu erkunden, und in einer Woche, wenn wir den August erreicht haben, werden wir viele Leute von den Städten in ihre Heimatdörfer zurückkehren sehen um ihre Familien zu besuchen oder Ferien in ihren repräsentativen Ferienhäusern zu verbringen. Wie auch immer, die Dörfer sind belebter als sonst und Fenster werden aufgerissen und sonst unbewohnte Häuser werden gelüftet um ihre temporären Bewohner willkommen zu heissen. August ist der Monat in Portugal wo jeder, der irgendwie kann nicht arbeitet und Spass hat. Falls da irgend etwas Wichtiges sein sollte, dass man erledigen möchte, dann sollte man dies, wenn irgendwie möglich, noch diese Woche erledigen, andererseits vergiss es...bis September!

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14. Juli
Unser Garten präsentiert sich nun in seiner vollen grünen Pracht und die kleinen Setzlinge, die wir so liebevoll im Frühling aufzogen haben, sind nun schwer beladen mit reifenden Früchten. Wir freuen uns, dass der Garten voller Leben ist und viele Insektenarten sich zuhause fühlen – Gottesanbeterinnen, Grillen, die Schmetterlinge habe ich bereits letzten Monat erwähnt – die Bienen vermehren sich um die Sonnenblumen und die Ausläufer der Stangenbohnen, so dass zur Zeit ein tiefes summendes Geräusch vom Gemüsegarten her zu hören ist. Glücklicherweise scheinen die Nacktschnecken und andere Schnecken ziemlich rar zu sein und wir sind über die Qualität der Ernte, die komplett biologisch angebaut wurde, äusserst  beeindruckt. Unser Problem besteht darin, dass gewisse Pflanzen es mit dem Wachstum etwas übertreiben – wir haben genügend Zucchinis in unserem Gefrierfach um uns für die nächsten paar Jahre über Wasser zu halten!
An diesem Wochenende fand das jährliche Góis Art Festival statt – ein Anlass, den ich jeweils herbeisehne. Obwohl wir in diesem Jahr aus Zeitgründen nur zwei der Vorstellungen besuchen konnten, waren sie in ihrer Art sehr gegensätzlich, beide jedoch äusserst unterhaltsam. Unten im Parque do Cerejal, wo die Artisten unter den Bäumen sassen und malten und der Rest von uns die Seele baumeln liess und im Sonnenschein und Schatten picknickte, wurden wir von der 'Companhia Marimbondo' unterhalten – eine talentierte Gruppe von Clowns mit musikalischen Einlagen. Leider haben wir keine Bilder vom verkleideten Trommler auf dem Dreirad mit seinem grossen Blumenhut– dies war wirklich etwas zum Anschauen! Am Sonntag Nachmittag fand sich der Largo do Pombal gefüllt mit Zuschauern für den 'Fado Virado a Nascente' – zwei Stunden in Bann ziehendes Spiel und Gesang von äusserst geübten Musikern auf Flöte, Mandoline, Klavier und Gitarre. Da ich nur ein sehr limitiertes Wissen von 'Fado' besitze, war ich äusserst beeindruckt von der Schönheit der Musik und der Auftritt wurde sichtlich auch vom Rest der Zuschauer sehr geschätzt, einige hatten sich auf Mauern und Treppenstufen niedergelassen und andere wiederum lehnten aus den Fenstern und hörten zu. Es war ein lauer Abend, und ein kleiner Nebelregen begann genau um Mitternacht als das Konzert zu Ende war– wie nett, dass das Wetter bis dann gewartet hat... Wie schön es doch wäre mehr Livemusik in Góis zu haben – der Largo do Pombal bietet eine wundervolle Bühne für Vorstellungen und Darbietungen aller Art, wie wir schon letztes Jahr mit der Oper erleben durften und der Musikpavillion im Park schreit förmlich danach für reguläre Sonntagnachmittagvorstellungen genutzt zu werden, um die typischen Portugiesischen Picknicks im grossen Stil zu begleiten. Dies ist meine Bitte an alle Musiker und Unterhalter – kommt nach Góis und spielt für uns während der Sommermonate – alle seid Ihr herzlich willkommen!

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6. Juli
In der Region von Góis gibt es viele alte Minen, einige datieren aus der Zeit als die Römer hier ansässig waren, einige sind neuer, aus dem Zweiten Weltkrieg, als die Nachfrage nach Wolfram gross war. Meinerseits müsste man mir viel Geld bezahlen um mich in eine solche alte Mine hinunterzubringen, aber für manche Leute, Richard ist einer von diesen, ist ein Ausflug hinunter in eine Mine ein Ausflug voller Spass. Gestern Morgen ging eine Gruppe von Männern aus unserem Dorf in die örtliche Mine, weil das Wasser, das diese in das Bewässerungssystem speist etwas sporadisch war und sie wollten das Problem ausmachen es beseitigen. Richard versicherte mir, dass es äusserst interessant war und dass der tiefe Untergrund ein Ort der Stille und des Friedens sei...
Später am Tag war es das Gegenteil von ruhig und friedlich während des Downhill Mountain Bike-Rennens in Góis. Nein, auch hier war ich nicht anwesend, sondern klebte zuhause vor dem Fernseher und sah mir das Endspiel der Männer in Wimbledon an – mehr meine Vostellung eines aufregenden Sports. Aber Anna war dort um ihren siegenden Mann anzufeuern und Richard und Bess schossen gemeinsam ein paar grossartige Fotos .

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  Updated 5 November, 2009
 
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