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31. Oktober
Heute ist natürlich Halloween, der Abend vor Allerheiligen oder Allerseelen, anderweitig auch als Tag des Todes bekannt. Während die Kinder als Hexen und Vampire verkleidet mit dem Schnitzen von Kürbislaternen beschäftigt sind, ist die ältere Generation mehr um ihre Vorfahren besorgt und stattet dieses Wochenende den alljährlich obligatorischen Besuch auf dem Friedhof ab. Die Gräber und Grabmale von verstorbenen Familienmitgliedern werden gesäubert und mit Blumen und Kerzen geschmückt. Der Effekt ist im Grossen eine Verwandlung des sonst bedrückenden und düsteren Friedhofs in einen Garten von gelben und weissen Chrysanthemen bei Tag – und bei Nacht beleuchtet ein Schein von roten Kerzenlichtern den Weg für die Seelen der Ahnen...

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27. Oktober
Letzte Woche nahm ich mir ein paar Tage frei um meine Familie in Edinburgh zu besuchen.  Am Tage des Abfluges beschloss der Regen in Sturzbächen vom Himmel zu fallen, was fast dazu führte, dass ich meinen Flug verpasst hätte, da der Verkehr zur Hauptstosszeit in Lissabon sich staute und unter dem Gewicht des Nasses zum Stillstand kam. Glücklicherweise schafften wir es irgendwann voranzukommen und den Flug doch noch zu erwischen und erfreulicherweise bin ich wieder zurück, die Sonne scheint wieder und die Temperaturen sind um die 20ºC warm. Etwas, worüber ich schon grüble seit ich nach Portugal kam ist, warum es, soweit mir bekannt ist, das einzige Land von Westeuropa ist, das die Wochentage nicht nach den Planeten oder den assoziierten Göttern benennt. Ich habe viele Portugiesen gefragt warum ihre Wochentage nur einfach 'Zweiter Tag','Dritter Tag' usw heissen und nur der Samstag und Sonntag beziehungsweise Sábado und Domingo genannt werden. Was geschah mit den anderen Tagen? Niemand konnte mir darauf antworten. Vor kurzem stolperte ich über die Antwort, eine Gefälligkeit der immer verlässlichen Wikipedia, wo ich wahrscheinlich als aller Erstes hätte reinschauen sollen!
http://en.wikipedia.org/wiki/Week-day_names#Monday
Fakt ist, dass die Wochentage auch hier bis ins 6. Jahrhundert nach den Planeten benannt wurden, dann beschloss der Erzbischof von Braga, dass dies unpassend und heidnisch seie und machte sich daran diese Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen und den Kalender zu zensieren, indem er die Namen durch die ziemlich langweiligen 'Segunda feira' ‚'Terça feria' usw ersetzte. In Galizien, dem Teil von Spanien der nördlich an Portugal grenzt und wo man einen Dialekt spricht, der dem Portugiesischen ähnlicher ist als dem Kastillianischen Spanisch, sind die Namen immer noch lebendig und im täglichen Gebrauch. Ich gebe sie hier für Sie wieder zusammen mit deren planetarischen Verbindungen: Luns (Tag des Mondes), Martes (Tag des Mars), Mércores (Tag des Merkur), Xoves (Tag des Juppiters) und Venres (Tag der Venus). Sábado und Domingo  beziehen sich auf den Tag des  Sabbath und den Tag des Herrn – vielleicht waren auch diese beiden einst nach Saturn und Sonne benannt? Ich überlege mir eine Ein-Frau Kampagne zu starten um diese wunderschönen Namen wieder in den Gebrauch aufzunehmen, wenigstens in meiner eigenen kleinen Welt... Góis, Martes, 27 de Outubro

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12. Oktober
Da die Tage weiterhin sonnig und warm sind haben wir beschlossen einmal mehr die Gelegenheit unseres freien Sonntags zu nutzen und machten uns diesmal auf den Weg ins Landesinnere zu einem Dorf nordöstlich von Tábua, genannt Fiais. Hier befindet sich eine faszinierende Ansammlung von Dolmen, die als Orca Komplex bekannt ist. 'Orca' bedeutet vom Portugiesischen übersetzt soviel wie 'Oger, verschlingendes Monster' und so können wir nur vermuten wie diese Dolmen zu ihrem Namen kamen. Der zentrale Orca – Dolmen ist ein prächtiges Bauwerk und in der späten Nachmittagssonne fühlt es sich überhaupt nicht unheimlich an sondern sogar ziemlich das Gegenteil – der Ort scheint eine Ruhe auszustrahlen,  eine zeitlose Eigenschaft tiefen Friedens geht von den riesigen Steinen aus. Die Dolmen sind über ein relativ kleines Gebiet von Heidelandschaft verstreut, welche eine fantastische Aussicht über die Serra da Estrela in eine Richtung und Trevim in die andere bietet. Die Landschaft hier ist ganz anders als die Region von Góis mit ihren Bergflüssen und fruchtbaren Tälern – hier gibt es kolossale Granitbrocken, die aus einem sandigen Boden auftauchen, Pinien und natürlich der allgegenwärtige Eukaliptusbaum. Auf einigen Steinen in der Nähe der Dolmen sind faszinierende Petroglyphen eingraviert – insbesondere ein wiederholtes Motiv eines Kreises mit einem langgezogenen Kreuz, verwandt mit dem astrologischen Symbol für die Venus. Die Dolmen wurden mit ungefähr 6000 Jahren datiert, aber es gab anscheinend keine wirklichen Versuche die Petroglyphen oder ihre Bedeutung zu datieren oder zu deuten. Vermutlich wurden mehrere Steine und Brocken entfernt und in lokalen Gebäuden wiederverwendet. Ein grosser Dolmen wurde sogar in einer Scheune einer örtlichen Quinta eingearbeitet. Die meisten der anderen Dolmen sind von kleinerem Ausmass – dreibeinige Steintische gesetzt auf Hügel von aufgeschütteter Erde. In einigen sind die Eingangswege immer noch ersichtlich, und im grossen Orca Dolmen kann man durch den Eingangsdurchgang kriechen und in der Hauptkammer aufrecht stehen, umgeben von den uralten Steinen. Ich liebe es die Gelegenheit  zu haben Stätten wie diese zu besuchen und meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Wir hatten den Ort gestern ganz für uns und genossen einen ungestörten Nachmittag der Kommunikation mit den Ahnen.

Um mehr über den Orca Komplex zu erfahren, klicken Sie bitte hier:http://www.ancient-wisdom.co.uk/portoorca.htm

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6. Oktober
Heute sind wir wieder zurück zur Arbeit nach dem Feiertag am 5. Oktober, und wurden diesen Morgen von wallenden grauen Wolken begrüsst. Jedoch zwei Tage zuvor genossen wir eine letztle Welle Sommer als wir uns auf den Weg zur Küste machten – nach eineinhalb Stunden Fahrt ereichten wir die Praia de Mira und hatten eine herrliche Zeit beim Spiel am Rande der donnernden Atlantischen Flusten. In regelmässigen Abständen die traditionellen hlbmondförmigen Fischerboote  schleppten sich auf und ab mit ihren Rudern und Netzen drinnen versteckt. Wir betrachteten eines davon näher und sahen eine kleine Figur der Jungfrau Maria an der Bugspitze angebracht – als wir die Wildheit der Wellen beobachteten war es für uns einfach zu verstehen dass die Fischer das Verlangen naxh göttlidhcem Schutz fühlten im Wasser dieser brodelnder See und warum sie den Schriftzug "Vamos com Deus" (Wir gehen mit Gott) auf der Innenseite des Bootes stehen haben. Im Dunst des feinen Nebels der See  erschienen sie sehr romantisch aneinander gereiht vom Strand aus, aber ich stelle mir die Realitat den Fischfang hineizubringen unter Ruderantribskraft ist wirklich fragend nach Schweiss und mühevoller entbehrungsreicher Arbeit. Jetzt am Ende der Saison  scheint das kleine Städtchen Praia de Mira etwas müde, ist jedoch immer hat jedoch immer noch voll von Besuchern die die Seeluft geniessen -

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2. Oktober
Das Leben hier in Góis steht ganz im Zeichen der Wahlen. Letzte Wochen fanden die Nationalen Wahlen statt – die örtlichen Wahlen jedoch, die noch bevorstehen, versprechen viel unterhaltsamer zu werden. Während unserer Arbeit in unserer Geschäftsstelle inmitten des Städtchens fahren den ganzen Tag die Fahrzeuge der offiziellen Wahlpropaganda vorbei, komplett mit Lautsprechern, die schallende Musik aller Art schmettern, und uns ermahnen für diese oder jene Partei abzustimmen. Der einzige weitere Anlass, wo soviel laute Werbung auf uns nierderprasselt ist wenn der Zirkus in die Stadt kommt! Die bunten Wahlplakate an jeder Ecke jedoch erheitern den Ort.
Ich muss gestehen, dass ich immer noch kläglich ignorant bin für was die verschiedenen Parteien stehen, aber eine Wahl ist so viel interessanter wenn man die jeweiligen Kandidaten kennt und sie unterwegs sieht. In der Tat ist es schwierig nicht über dir Kandidaten und deren Anhängerschaft zu stolpern, da man sie hinter jeder Wegbiegung antrifft. Wird der Siegreiche auch nach der Wahl so verfügbar und zugänglich sein zum Volk, frage ich mich? Natürlich habe ich während ich dies hier schreibe auch Hintergedanken und wir haben ehrlich Hoffnungen und Träume für die Region von Góis und sehnen uns nach neuer Energie, die konstruktive Projekte möglich macht und hierher bringt. So warten wir mit Ungeduld darauf was der 11. Oktober uns bringen wird.

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  Updated 5 November, 2009
 
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